Wir sehen die Welt nie so, wie sie ist, sondern, wie wir sind

Meistens bewerten wir Menschen, Aktivitäten, Dinge, Situationen unbewusst innerhalb von wenigen Sekunden. Wir betrachten die Welt durch unseren ganz persönlichen Filter. So als hätten wir eine Brille mit speziell für uns getönten Gläsern auf. Die Farbe der Gläser ist entstanden aus unseren bisherigen Erfahrungen, den Überzeugungen und Werten, zu denen wir gekommen sind, aus unseren Glaubensätzen und Vorurteilen. Dieser Filter steht zwischen uns und der Wirklichkeit. Wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, verzerren wir die Wirklichkeit und merken es noch nicht einmal. Wir haben uns daraus ein bestimmtes Verhaltensmuster über Jahrzehnte hinweg angeeignet.

Auf diese Weise wiederholen wir die von unserer Kindheit an erlernten Muster. Diese Muster lassen uns auch immer wieder zu den gleichen Lösungen und den gleichen Ergebnissen kommen. Wir sehen dadurch nicht mehr was es an Möglichkeiten gibt, sondern nur noch das, was uns unser Verhaltensfilter zu sehen erlaubt.

Dazu ein kleines Beispiel: Weihnachten ist oftmals mit hohen Erwartungen verbunden. Wir wollen vielleicht mit unserer Familie feiern – weil Weihnachten ja das Fest der Familie ist. Das haben wir vielleicht schon als Kind vorgelebt bekommen und es wird uns ja auch in der Werbung immer wieder suggeriert. Wer dann an Weihnachten allein ist, wird sich vermutlich einsam, traurig und ausgestoßen fühlen. Dabei ist es nur ein Tag, dem wir in unserem Kulturkreis eine Bedeutung gegeben haben. Aber es gibt andere Kulturen, wo ganz andere Feiertage von Bedeutung sind. Denken wir nur an die USA, wo Thanksgiving einer der größten Familienfeiertage ist. Wer von uns in Deutschland weiß denn überhaupt, wann dieser Tag ist?! Dieser Tag hat für uns keine Bedeutung – es ist uns wahrscheinlich egal, wo und mit wem wir an diesem Tag zusammen sind.

Wenn du dich dabei erwischst, einer Situation einen Stempel aufzudrücken oder du merkst, dass du wieder einmal an einer Überzeugung oder Meinung festhalten willst, dann schau nochmal genau hin.

  • Ist das wirklich wahr, was ich denke?
  • Wie geht es mir damit, wenn ich das denke? Welche Gefühle und körperlichen Empfindungen kommen dabei auf?
  • Was könnte ich stattdessen denken? Wie würde es mir dann gehen?

Mit Hilfe der Achtsamkeitspraxis entwickeln wir mehr Bewusstheit über unsere unbewussten Bewertungsmuster. Wir können nicht immer die Situation ändern – aber wir können möglicherweise unsere Sichtweise darauf verändern.

Wenn du mehr wissen möchtest, wie du dein Leben mit Achtsamkeit bewusster gestalten kannst, findest du hier mehr Informationen über meinen individuellen Achtsamkeitskurs für dich.

 


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